Schloss Villa Ludwigshöhe

„Eine Villa italienischer Art, nur für die schöne Jahreszeit bestimmt und in des Königreichs mildestem Teil“ – diesen Wunsch verwirklichte sich König Ludwig I. von Bayern mit Schloss Villa Ludwigshöhe, das inmitten von Weinbergen und Esskastanienhainen oberhalb der Stadt Edenkoben thront.

Die Villa wurde in den Jahren 1846 bis 1852 nach Plänen des königlichen Hofarchitekten Friedrich von Gärtner errichtet. Im Juli 1852 reiste der mittlerweile abgedankte König mit seiner Gemahlin Therese erstmals zu sechs Wochen Sommerfrische an und besuchte die Villa bis zu seinem Tod 1868 jeden zweiten Sommer.

Die Anlage setzte sich aus drei Gebäuden zusammen: dem „Königsbau“, auf dem höchsten Punkt unterhalb der Ruinen der Rietburg gelegen, dem etwas tiefer gelegenem „Cavalierbau“, auch „Prinzenbau“ genannt, für Personal und Hofstaat sowie dem Marstall mit Remisen und Stallungen. Das Hauptgebäude, der Königsbau, besteht aus vier Flügeln, die als geschlossenes Rechteck einen schattigen Innenhof umschließen. Die Schauseite zum Rheintal hin wird geprägt von der zweistöckigen Loggia mit übereinander gestellten dorischen und ionischen Säulen und doppelläufiger Freitreppe. Eine seitlich angebaute Halle mit Pergola, die ursprünglich mit Wein bewachsen war, lockert die strenge Gliederung auf.

Die überraschend südländischen Eindrücke der äußeren Architektur setzen sich im Inneren mit kunstvoll zusammengesetzten Edelholzböden und kostbaren Wand- und Deckenmalereien fort. Die Bemalung der Decken stammt noch aus Ludwigs Zeit. Ein Teil der Wandmalerei hingegen – sie verbindet Motive nach pompejanischem Vorbild mit solchen aus der pfälzischen Umgebung – entstand erst 1899 unter dem Prinzregenten Luitpold. Besondere Erwähnung verdient die Küche – ein „Hightechprodukt“ des 19. Jahrhunderts. Sie ist als geschlossenes, einheitliches Raumensemble nahezu unverändert erhalten.

Das Land Rheinland-Pfalz erwarb die Villa 1975 aus dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds. Seit 2019 finden die bisher umfangreichsten Sanierungsmaßnahmen statt, die den gesamten Bau betreffen. Heute beherbergt die Villa außerdem die Max Slevogt-Galerie des Landesmuseums Mainz und die Keramiksammlung Hinder/Reimers.